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Bauern wollen Landwirtschaft ohne Gentech

27.4.2000, AP (Tages-Anzeiger)

Bern. - Der Schweizerische Bauernverband (SBV) will in
den nächsten zehn Jahren keine gentechnisch veränderten
Organismen (GVO) auf Schweizer Feldern. Mit der
Forderung nach einem Moratorium geht der SBV weiter
als der Bundesrat, der in der Gen-Lex-Vorlage lediglich
eine verschärfte Bewilligungspflicht vorsieht.
Ausgenommen vom Moratorium ist die Freisetzung zu
Forschungszwecken. Für den SBV sind die Vorteile der
Gentechnik für die Landwirtschaft zur Zeit nicht eindeutig.
Dies hätten erste Freisetzungen in den USA gezeigt.
Insbesondere in der Schweiz ergäben sich kaum
Wettbewerbsvorteile. Zudem seien die Risiken von GVO
noch zu wenig bekannt.

Die Schweizer Landwirtschaft brauche wegen ihrer teuren
Produktionskosten klare und strenge Qualitätsmerkmale,
die ihr einen Wettbewerbsvorteil verschafften, sagte
SBV-Sprecher Lorenz Bösch im Schweizer Radio DRS.
Das Gentech-Moratorium sei ein solches Merkmal. Die
Schweizer Konsumenten hätten in Umfragen mehrfach
ihre Skepsis gegenüber gentechnisch veränderten
Produkten geäussert. Weiter verlangt der SBV eine
strenge Haftungsregelung für die Hersteller von GVO. Auf
Bundesebene soll ein Risikofonds eingerichtet werden, der
dann einspringt, wenn die Hersteller nicht zur Haftung
herangezogen werden können.

Durch das Moratorium werde die weitere Forschung nicht
behindert, heisst es weiter. Doch müssten Nutzen und
Risiken erforscht werden, wobei der Forschungsplatz
Schweiz mithalten müsse. Die Forschung soll aber laut
SBV nicht nur auf die Gentechnologie konzentriert werden.

(AP)