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GENTECHNOLOGIE / Nicht mit einem
                    Verbot, aber mit einer auf 30 Jahre
                    ausgedehnten Haftpflicht und einer
                    Bewilligungspflicht will der Bundesrat
                    Mensch und Umwelt vor Schäden durch
                    die Freisetzung von gentechnisch
                    veränderten Organismen schützen.

                    age. Der Bundesrat möchte die
                    Chancen der neuen Technologie
                    nutzen. Er sieht diese im medizinischen
                    Bereich und in einer «grünen
                    Revolution» in der Landwirtschaft, wie
                    Bundesrat Moritz Leuenberger an der
                    Pressekonferenz im Bundeshaus sagte.
                    Um die nach wie vor bestehenden
                    grossen Risiken der Gentechnologie
                    einzudämmen, ergänzte der Bundesrat
                    gestern mit dem Genlex-Paket im
                    Umweltgesetz die bestehenden
                    Vorschriften. Er erfüllte damit eine
                    Motion der Kommission für
                    Wissenschaft, Bildung und Kultur,
                    welche als indirekter Gegenvorschlag
                    zur mittlerweile von der
                    Stimmbevölkerung verworfenen
                    radikalen Genschutz-Initiative gedacht
                    war.

                      Der Bundesrat will demnach die
                    Freisetzung von gentechnisch
                    veränderten Organismen (GVO) nicht
                    verbieten, sondern einer
                    Bewilligungspflicht unterstellen. Die
                    Bewilligung für das Inverkehrbringen von
                    GVO in der Umwelt und für
                    Freisetzungsversuche kann mit Auflagen
                    verknüpft oder verweigert werden,
                    wenn überwiegende öffentliche
                    Interessen entgegenstehen,
                    beispielsweise bei blossen
                    gentechnischen Spielereien. Die
                    Haftpflicht der Hersteller für ihre
                    Produkte wird auf 30 Jahre ausgedehnt.
                    Der Bundesrat möchte, dass die
                    Chancen der neuen Technologie
                    genutzt werden können. Diese liegen
                    bei neuen Medikamenten und einer
                    «grünen Revolution» in der
                    Landwirtschaft, wie Bundesrat
                    Leuenberger an der Pressekonferenz im
                    Bundeshaus sagte. Allerdings sollen
                    Menschen, Tiere und Pflanzen sowie die
                    Würde der Kreatur geschützt werden.
                    In jedem Fall werden in der Schweiz so
                    bald kaum GVO-Felder zu kommerziellen
                    Zwecken spriessen. Der Schweizerische
                    Bauernverband (SBV) sieht auch nach
                    Vorliegen der Genlex keinen Grund, von
                    seinem Beschluss abzuweichen,
                    während der nächsten fünf Jahre
                    freiwillig auf die kommerzielle Nutzung
                    von GVO zu verzichten, wie Josef
                    Wüest vom SBV dem «Bund» sagte.

                    Gräben bleiben
                      So viel ist klar: Die Gräben zwischen
                    Gegnern und Befürwortern der
                    Gentechnologie sind trotz den gestern
                    beschlossenen Massnahmen nicht
                    verschwunden. Das zeigten die
                    Reaktionen auf die Genlex. Positiv
                    aufgenommen wurde sie von
                    bürgerlicher Seite. Die SVP sieht
                    allerdings Möglichkeiten für eine
                    Verhinderungspolitik der
                    Gentechnik-Gegner. Die Wirtschaft,
                    namentlich der Vorort, begrüssten
                    insbesondere den Verzicht auf ein
                    Moratorium, kritisierten aber die lange
                    Haftungsdauer. Bei der Chemie wurde
                    letztere jedoch im Sinne einer
                    vertrauensbildenden Massnahme
                    begrüsst, wie der Chemieriese Novartis
                    gestern verlauten liess. Die SP
                    kritisierte demgegenüber den Verzicht
                    auf ein Moratorium. Und für die
                    Schweizerische Arbeitsgruppe
                    Gentechnologie (SAG), der rund 25
                    Organisationen wie WWF und
                    Greenpeace angehören, hat der
                    Bundesrat die Interessen der
                    Gentechnik-Industrie über den Schutz
                    von Mensch und Umwelt gestellt. Sie
                    will allenfalls mit einer Initiative ein
                    Moratorium für die Freisetzung von GVO
                    erreichen.

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